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Weiterbildungen in Sachen Empowerment

Die hier vorgestellten Weiterbildungsangebote sind als „Vor-Ort"-Seminare (InHouse) konzipiert – sie werden in Ihrer Einrichtung mit Ihrem Team durchgeführt. Angeboten werden diese Weiterbildungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von sozialen Einrichtungen und Diensten, die an einer Einführung in das Empowerment-Konzept interessiert sind und die zugleich einen Raum suchen, um über institutionelles Leitbild, Teamphilosophie, methodische und organisatorische Neuorientierungen „im Lichte von Empowerment" zu reflektieren. Interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem sozialen Feld bitte ich um eine kurze Rückmeldung an meine E-Mail-Adresse: NorbertHerriger@yahoo.de.

Überblick:

Weiterbildungsangebot 1:
KlientInnen ermächtigen - Empowerment in der Sozialen Arbeit

Das Empowerment-Konzept macht gegenwärtig in der Sozialen Arbeit Karriere. Empowerment – das ist heute ein begriffliches Kürzel für alle solchen Arbeitsansätze in der psychosozialen Praxis, die die Menschen zur Entdeckung eigener Stärken ermutigen und ihnen Hilfestellungen bei der Aneignung von Selbstbestimmung und Lebensautonomie vermitteln. Handlungsziel der Empowerment-Praxis ist es, die vorhandenen (wenn auch vielfach verschütteten) Fähigkeiten der Nutzer sozialer Dienstleistungen zu autonomer Lebensorganisation zu kräftigen und Ressourcen freizusetzen, mit deren Hilfe sie die eigenen Lebenswege und Lebensräume selbstbestimmt gestalten können. Empowerment - auf eine kurze Formel gebracht - zielt auf die (Wieder-)Herstellung von Selbstbestimmung über die Umstände des eigenen Alltags.

Die Umsetzung von Empowerment-Perspektiven in den beruflichen Alltag der Sozialen Arbeit erfordert einen mutigen Schritt aus ausgetretenen institutionellen Routinewegen, sie erfordert die Bereitschaft zu einem „Anders-Machen“ und zur Erprobung von innovativem Denken und Handeln. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Diskussion werden die (personalen, methodischen und institutionellen) Rahmenbedingungen stehen, die die Verwirklichung einer erfolgreichen Empowerment-Praxis in den unterschiedlichen Handlungsfelder der Sozialen Arbeit möglich machen.

Seminarinhalte

Das Weiterbildungsangebot setzt sich in zwei Teilen mit dem Empowerment-Konzept auseinander und überprüft dessen Relevanz für die Praxis der Sozialen Arbeit.

Im ersten Teil sollen die theoretischen Bausteine des Empowerment-Konzeptes vorgestellt und diskutiert werden. Themen sind hier u.a.:

  • Definition von Empowerment und historische Spurensuche
  • Das Konzept der „erlernten Hilflosigkeit“
  • Die „Philosophie der Menschenstärken“
  • Methodisches Handwerkszeug einer Pädagogik des Empowerment (Unterstützungsmanagement; Biographiearbeit; Netzwerkberatung; Förderung von Selbsthilfe und Bürgerorganisation)
  • Erfolgreiche Empowerment-Prozesse: Psychologisches und soziales Empowerment.

Im zweiten Teil werden dann die Chancen einer Umsetzung des Empowerment-Konzeptes in die unterschiedlichen Handlungsfelder der Sozialen Arbeit (Jugend- und Familienhilfe; Arbeit mit wohnungslosen Menschen; Gesundheitsförderung u.a.) auf den Prüfstand gestellt. Im Mittelpunkt stehen hier vor allem Fragen der Organisationsentwicklung und der Förderung einer institutionellen ‘Team-Kultur’ im Zeichen des Empowerment. Ein Instrument, das sich im Rahmen der Organisationsberatung bewährt hat, ist der „Empowerment-Zirkel“. Ziel der Arbeit von Empowerment-Zirkel ist es, eine gemeinsame institutionelle „Kultur des Empowerment“ anzuregen, die Motivation der MitarbeiterInnen zu fördern und das Engagement und die subjektive Arbeitszufriedenheit der MitarbeiterInnen durch die positiv erfahrene Einbindung in eine verlässliche und geteilte Organisationskultur zu befördern. Dieses wichtige methodische Instrument institutioneller Veränderung soll vorgestellt und in Form von gemeinsamen Übungen erprobt werden.

Weitere Infos (Termine, Kosten, etc.) bitte unter NorbertHerriger@yahoo.de anfordern!

Weiterbildungsangebot 2:
Empowerment in der Flüchtlingsarbeit

„Empowerment hat zum Ziel, die Macht etwas gerechter zu verteilen – und das…im Hinblick auf die Selbstbestimmung und die Kontrolle der Menschen über das eigene Leben“ (Berger/Neuhaus 1996).

Empowerment bedeutet Selbstbefähigung, Selbstbemächtigung, Stärkung von Eigenmacht und Lebenssouveränität. Im Mittelpunkt steht eine „Pädagogik der Stärkung“, die auf mehr Autonomie im Leben von Menschen oder Gemeinschaften zielt und die sie befähigen soll, ihre Interessen (wieder) selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu vertreten. Menschen sollen mehr Macht gewinnen, ihre Lebensumstände eigenständig zu gestalten. So verstanden unterstützt die Soziale Arbeit Menschen dabei, ihr Gefühl der Macht- und Einflusslosigkeit (powerlessness) zu überwinden und ihre Ressourcen im Alltag wie auch auf der Bühne politischer Partizipation wahrzunehmen und zu nutzen. Empowerment ist - auf einen kurzen Nenner gebracht - die professionelle Unterstützung von Autonomie.

Gerade in der Arbeit mit Flüchtlingen ist eine solche autonomiefördernde Pädagogik durch politisch-rechtliche Rahmenbedingungen erschwert. Das aktuelle diskutierte Integrationsgesetz (Stand: Juni 2016) formuliert einen restriktiven Rahmen: Arbeitsmarktintegration im Niedriglohnsektor, Verschärfung der Abschiebe- und Sanktionspraxis, Verpflichtung zur Teilnahme an Integrationskursen und Residenzpflicht – flüchtlingspolitische Regelungen wie diese sind strukturelle Hindernisse einer nachhaltigen Empowerment-Praxis. In dieser Situation erweist das Empowerment-Konzept seine Wirksamkeit in der Verwirklichung von Partizipationsstrategien, die es Menschen nach oft traumatisierenden Fluchterfahrungen möglich machen, eigene Fähigkeiten zu entdecken, ihren Lebensalltag in Eigenregie zu gestalten und am sozialen und politischen Leben der Gesellschaft teilzuhaben.

Seminarinhalte:

  1. Fluchterfahrungen ausgewählter Flüchtlingsgruppen
    1. Geschlechterbasierte Gewalt gegen Frauen
    2. Traumatisierungsgeschichten unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge
    3. Arbeitsansätze zum Flüchtlingsschutz
  2. Flüchtlingspolitische Rahmungen: das Integrationsgesetz 2016
  3. Grundüberzeugungen von Empowerment als Menschenrechtsprofession
  4. Partizipationsstrategien und ressourcenorientierte Unterstützung
    1. Partizipation im subjektiven Alltag
    2. Partizipation im sozialen und institutionellen Raum
    3. Partizipation und kollektive Selbstvertretung im politischen Kontext
  5. Methodenkoffer einer empowerment-orientierten Flüchtlingsarbeit
    • Motivierende Gesprächsführung
    • Ressourcenorientierte Beratung
    • Vernetzung und die Unterstützung von Selbstorganisation
    • Politisches Lobbying in der pädagogischen Flüchtlingsarbeit
  6. Zukunftswerkstatt: Grundrisse einer zukünftigen Empowerment-Praxis.

Weitere Infos (Termine, Kosten, etc.) bitte unter NorbertHerriger@yahoo.de anfordern!

Weiterbildungsangebot 3:
Empowerment und ressourcenorientierte Beratung

Empowerment bezeichnet ein ressourcenorientiertes Konzept der Sozialen Arbeit, das die Fähigkeiten und Stärken der KlientInnen bei der Bewältigung von belastenden Lebenssituationen in den Mittelpunkt stellt. Ziel einer Praxis des Empowerment ist es, diese Ressourcen der KlientInnen zu fördern, eine selbstbestimmte Alltagsgestaltung zu unterstützen und Selbstwert-Erfahrungen (wieder-)herzustellen. Zentrale methodische Werkszeuge der Empowerment-Arbeit sind ressourcen- und lösungsorientierte Beratungsstrategien, die ? in Abkehr von defizitzentrierten Arbeitsansätzen – zielorientiert auf die Entdeckung und die Förderung von personalen und sozialen Ressourcen abheben. Die Veranstaltung gibt durch theoretische und beraterisch-praktische Inputs einen kompakten ‚Einstieg’ in die Thematik.

Seminarinhalte:

1. Empowerment: Definition, Menschenbild und professionelle Grundhaltungen

2. Ressourcendiagnostik in der pädagogischen Praxis

  • Definition und Taxonomie von Ressourcen
  • das Ressourcen-Interview (RI – Schiepek)
  • der Ressourcen-Fragebogen  (REF – Trösken)

3.   Praxis der Ressourcenförderung durch lösungsorientierte Beratung

  • Überblick: das lösungsorientierte Modell
  • das lösungsorientierte Beratungsgespräch (Rollenspiel im Plenum)
  • Abschlussintervention: Rückmeldungen der TeilnehmerInnen

4.   Schwierigkeiten mit Lösungen: „...wenn gar nichts mehr geht“

  • „typische“ Stolpersteine und methodische Auswege
  • Validierung, Remoralisierung und Reframing

5. Ergebnisse erfolgreicher Empowerment-Arbeit:

  • psychologisches und soziales Empowerment

6. Zukunftswerkstatt: Welche Schritte zur Umsetzung des Empowerment-Konzeptes haben wir schon  gemacht und welche weiteren sind notwendig?

7. Abschlussreflexion und Feed-Back.

Referenten:
Prof. Dr. Norbert Herriger, Professor für Soziologie der Sozialen Arbeit
Prof. Dr. Joachim Kosfelder, Professor für Psychologie
Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften, Hochschule Düsseldorf HSD SK.

Weitere Infos (Termine, Kosten, etc.) bitte unter NorbertHerriger@yahoo.de anfordern!

Weiterbildungsangebot 4:
Werkstatt-Seminar Biographie und personales Empowerment
- Kritische Lebensereignisse und biographische Prozesse der Selbstbemächtigung

In der Sozialen Arbeit begegnen wir oftmals Menschen, deren Leben durch verletzende Lebensereignisse 'aus dem Gleis' geraten ist. Zum einen sind dies Menschen, die an Lebensübergängen scheitern, zum anderen Menschen, die von unvorhergesehenen und tief einschneidenden Lebenskatastrophen (kritische Lebensereignisse) betroffen sind. Die pädagogische Biographieforschung befasst sich mit der individuellen Erfahrung und Verarbeitung solcher Übergänge und Ereignisse im biographischen Verlauf.

Seminarinhalte:

  • Umstände und Verläufe von Lebenskrisen
  • Die Erfahrung personaler und sozialer Belastungen
  • Personale Ressourcen und Bewältigungsversuche
  • Soziale Ressourcen und soziale Unterstützung im Netzwerk
  • Erfahrungen der Unterstützung durch Soziale Arbeit.

Das Werkstatt-Seminar möchte die TeilnehmerInnen einladen, auf eine biographische Spurensuche zu gehen. Am Anfang steht eine kurze Einführung in die Themenbereiche "Biographie" und "kritische Lebensereignisse". Im Anschluss wollen wir auf der Grundlage von vielfältigen biographischen Materialien (narrative biographische Interviews) die krisenhaften Verläufe von belastenden Lebensetappen und gelingende subjektive Bewältigungsmuster rekonstruieren und Ansatzpunkte für eine ressourcenorientierte Soziale Arbeit aufzeigen.

Weitere Infos (Termine, Kosten, etc.) bitte unter NorbertHerriger@yahoo.de anfordern!

Weiterbildungsangebot 5:
Teamsupervision und Empowerment

Eine wichtige Rahmenbedingung für das Gelingen einer Empowerment-Praxis in der Sozialen Arbeit ist ein offenes, vertrauensvoll kooperierendes und unterstützendes Team von Kolleginnen und Kollegen, die sich gemeinsam der Empowerment-Perspektive verpflichtet wissen („das Team als Empowerment-Ressource“). Die Erfahrung, gemeinsam mit den KollegInnen „an einem Strick zu ziehen“ und die gemeinsame Arbeit an einem institutionellen Leitbild, das nach Empowerment-Mustern gestrickt ist – alles dies fördert Arbeitsmotivation und berufliches Wohlbefinden, es liefert Orientierung und Sicherheit und ist emotionaler Rückhalt in der Bewältigung von oftmals belastenden Arbeitssituationen. Der „Empowerment-Zirkel“ ist hier ein wichtiges methodisches Instrument, das hilft, eine solche gemeinsame „Kultur des Empowerment“ im Team herzustellen.

Für alle Teams in Diensten und Einrichtungen der Sozialen Arbeit, die Interesse an einer teambezogenen Weiterbildung in Sachen Empowerment haben, hier ein Angebot: Empowerment-Zirkel in der Sozialen Arbeit.

Empowerment-Zirkel sind Weiterbildungsangebote für das gesamte Team eines sozialen Dienstes oder einer sozialen Einrichtung. Sie werden ¸vor Ort‘ in der jeweiligen Einrichtung durchgeführt. Das Weiterbildungsangebot besteht in der Regel aus drei Themenblöcken, die unter der Leitung eines externen Moderators in jeweils eintägigen Seminaren bearbeitet werden.

Seminarinhalte:

  • Klientenbild: die Ressourcen- und Stärkenorientierung
  • Methodisches Handwerkszeug: das institutionelle Setting von empowerment-förderlichen Handlungsmethoden; und
  • Teamqualität: die Suche nach fördernden und sichernden Teamstrukturen.

Diese Themenblöcke können durch folgende Aspekte ergänzt werden:

  • Leitbild der Institution, institutioneller Auftrag und Zielvereinbarungen, Menschenbild;
  • Kollegiale Fallberatung: die Unterstützung des einzelnen in der Fallbearbeitung und in der Bewältigung von belastenden Situationen des beruflichen Alltages;
  • Multiperspektivische Reflexion des institutionellen Settings und des beruflichen Handelns
  • Institutionsinterne Informationsflüsse und partizipative Strukturen der Entscheidungsfindung;
  • Kollegiale Absprachen und Vereinbarungen und eine gemeinsam geteilte Ergebnisverantwortung;
  • Muster der Kooperation mit anderen Diensten und Einrichtungen.

Die einzelnen Themenblöcke werden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern durch die Bearbeitung von praktischen Aufgabenstellungen vorbereitet und vertieft. Die Ergebnisse der gemeinsamen Beratungen werden durch den Moderator zusammengefasst, dokumentiert und um Perspektiven einer institutionellen Weiterarbeit „in eigener Regie“ ergänzt.

Weitere Infos (Termine, Kosten, etc.) bitte unter NorbertHerriger@yahoo.de anfordern!

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