Überblick:
Das Empowerment-Konzept macht gegenwärtig in der Sozialen Arbeit Karriere. Empowerment – das ist heute ein begriffliches Kürzel für alle solchen Arbeitsansätze in der psychosozialen Praxis, die die Menschen zur Entdeckung eigener Stärken ermutigen und ihnen Hilfestellungen bei der Aneignung von Selbstbestimmung und Lebensautonomie vermitteln. Handlungsziel der Empowerment-Praxis ist es, die vorhandenen (wenn auch vielfach verschütteten) Fähigkeiten der Nutzer sozialer Dienstleistungen zu autonomer Lebensorganisation zu kräftigen und Ressourcen freizusetzen, mit deren Hilfe sie die eigenen Lebenswege und Lebensräume selbstbestimmt gestalten können. Empowerment - auf eine kurze Formel gebracht - zielt auf die (Wieder-)Herstellung von Selbstbestimmung über die Umstände des eigenen Alltags.
Die Umsetzung von Empowerment-Perspektiven in den beruflichen Alltag der Sozialen Arbeit erfordert einen mutigen Schritt aus ausgetretenen institutionellen Routinewegen, sie erfordert die Bereitschaft zu einem „Anders-Machen“ und zur Erprobung von innovativem Denken und Handeln. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Diskussion werden die (personalen, methodischen und institutionellen) Rahmenbedingungen stehen, die die Verwirklichung einer erfolgreichen Empowerment-Praxis in den unterschiedlichen Handlungsfelder der Sozialen Arbeit möglich machen.
Inhalte
Das Weiterbildungsangebot setzt sich in zwei Teilen mit dem Empowerment-Konzept auseinander und überprüft dessen Relevanz für die Praxis der Sozialen Arbeit.
Im ersten Teil sollen die theoretischen Bausteine des Empowerment-Konzeptes vorgestellt und diskutiert werden. Themen sind hier u.a.:
Im zweiten Teil werden dann die Chancen einer Umsetzung des Empowerment-Konzeptes in die unterschiedlichen Handlungsfelder der Sozialen Arbeit (Jugend- und Familienhilfe; Arbeit mit wohnungslosen Menschen; Gesundheitsförderung u.a.) auf den Prüfstand gestellt. Im Mittelpunkt stehen hier vor allem Fragen der Organisationsentwicklung und der Förderung einer institutionellen ‘Team-Kultur’ im Zeichen des Empowerment.. Ein Instrument, das sich im Rahmen der Organisationsberatung bewährt hat, ist der „Empowerment-Zirkel“. Ziel der Arbeit von Empowerment-Zirkel ist es, eine gemeinsame institutionelle „Kultur des Empowerment“ anzuregen, die Motivation der MitarbeiterInnen zu fördern und das Engagement und die subjektive Arbeitszufriedenheit der MitarbeiterInnen durch die positiv erfahrene Einbindung in eine verlässliche und geteilte Organisationskultur zu befördern. Dieses wichtige methodische Instrument institutioneller Veränderung soll vorgestellt und in Form von gemeinsamen Übungen erprobt werden.
Eine wichtige Rahmenbedingung für das Gelingen einer Empowerment-Praxis in der Sozialen Arbeit ist ein offenes, vertrauensvoll kooperierendes und unterstützendes Team von Kolleginnen und Kollegen, die sich gemeinsam der Empowerment-Perspektive verpflichtet wissen („das Team als Empowerment-Ressource“). Die Erfahrung, gemeinsam mit den KollegInnen „an einem Strick zu ziehen“ und die gemeinsame Arbeit an einem institutionellen Leitbild, das nach Empowerment-Mustern gestrickt ist – alles dies fördert Arbeitsmotivation und berufliches Wohlbefinden, es liefert Orientierung und Sicherheit und ist emotionaler Rückhalt in der Bewältigung von oftmals belastenden Arbeitssituationen. Der „Empowerment-Zirkel“ ist hier ein wichtiges methodisches Instrument, das hilft, eine solche gemeinsame „Kultur des Empowerment“ im Team herzustellen.
Für alle Teams in Diensten und Einrichtungen der Sozialen Arbeit, die Interesse an einer teambezogenen Weiterbildung in Sachen Empowerment haben, hier ein Angebot: Empowerment-Zirkel in der Sozialen Arbeit.
Empowerment-Zirkel sind Weiterbildungsangebote für das gesamte Team eines sozialen Dienstes oder einer sozialen Einrichtung. Sie werden ¸vor Ort‘ in der jeweiligen Einrichtung durchgeführt. Das Weiterbildungsangebot besteht in der Regel aus drei Themenblöcken, die unter der Leitung eines externen Moderators in jeweils eintägigen Seminaren bearbeitet werden:
Diese Themenblöcke können durch folgende Aspekte ergänzt werden:
Die einzelnen Themenblöcke werden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern
durch die Bearbeitung von praktischen Aufgabenstellungen vorbereitet und
vertieft. Die Ergebnisse der gemeinsamen Beratungen werden durch den Moderator
zusammengefasst, dokumentiert und um Perspektiven einer institutionellen
Weiterarbeit „in eigener Regie“ ergänzt.
Empowerment bezeichnet ein ressourcenorientiertes Konzept der Sozialen Arbeit, das die Fähigkeiten und Stärken der KlientInnen bei der Bewältigung von belastenden Lebenssituationen in den Mittelpunkt stellt. Ziel einer Praxis des Empowerment ist es, diese Ressourcen der KlientInnen zu fördern, eine selbstbestimmte Alltagsgestaltung zu unterstützen und Selbstwert-Erfahrungen (wieder-)herzustellen. Zentrale methodische Werkszeuge der Empowerment-Arbeit sind ressourcen- und lösungsorientierte Beratungsstrategien, die ‑ in Abkehr von defizitzentrierten Arbeitsansätzen – zielorientiert auf die Entdeckung und die Förderung von personalen und sozialen Ressourcen abheben. Die Veranstaltung gibt durch theoretische und beraterisch-praktische Inputs einen kompakten ‚Einstieg’ in die Thematik.
Seminarinhalte:
1. Empowerment: Definition, Menschenbild und professionelle Grundhaltungen
2. Ressourcendiagnostik in der pädagogischen Praxis
3. Praxis der Ressourcenförderung durch lösungsorientierte Beratung
4. Schwierigkeiten mit Lösungen: „...wenn gar nichts mehr geht“
5. Ergebnisse erfolgreicher Empowerment-Arbeit:
psychologisches und soziales Empowerment
6. Zukunftswerkstatt: Welche Schritte zur Umsetzung des Empowerment-Konzeptes haben wir schon gemacht und welche weiteren sind notwendig?
7. Abschlussreflexion und Feed-Back.
Referenten:
Prof. Dr. Norbert Herriger, Professor für Soziologie der Sozialen Arbeit
Prof. Dr. Joachim Kosfelder, Professor für Psychologie
Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften, Fachhochschule Düsseldorf.
In der Sozialen Arbeit begegnen wir oftmals Menschen, deren Leben durch verletzende Lebensereignisse 'aus dem Gleis' geraten ist. Zum einen sind dies Menschen, die an Lebensübergängen scheitern, zum anderen Menschen, die von unvorhergesehenen und tief einschneidenden Lebenskatastrophen (kritische Lebensereignisse) betroffen sind. Die pädagogische Biographieforschung befasst sich mit der individuellen Erfahrung und Verarbeitung solcher Übergänge und Ereignisse im biographischen Verlauf. Themen sind hier u.a.:
Das Werkstatt-Seminar möchte die TeilnehmerInnen einladen, auf eine biographische Spurensuche zu gehen. Am Anfang steht eine kurze Einführung in die Themenbereiche "Biographie" und "kritische Lebensereignisse". Im Anschluss wollen wir auf der Grundlage von vielfältigen biographischen Materialien (narrative biographische Interviews) die krisenhaften Verläufe von belastenden Lebensetappen und gelingende subjektive Bewältigungsmuster rekonstruieren und Ansatzpunkte für eine ressourcenorientierte Soziale Arbeit aufzeigen.
Die hier vorgestellten Weiterbildungsangebote sind konzipiert als „Vor-Ort“-Seminare. Die Weiterbildungen werden angeboten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Teams) von sozialen Einrichtungen und Diensten, die an einer Einführung in das Empowerment-Konzept interessiert sind und die zugleich einen Raum suchen, um über institutionelles Leitbild, Teamphilosophie, methodische und organisatorische Neuorientierungen „im Lichte von Empowerment“ zu reflektieren. Die Weiterbildungen werden „vor Ort“ in der jeweiligen Institution durchgeführt.
Interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem sozialen Feld bitte ich um eine kurze Rückmeldung an meine E-Mail-Adresse:
NorbertHerriger@yahoo.de
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